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Lymph- und Lipödeme

Lymphödem

Als Lymphödem wird eine Schwellung des Gewebes durch eingelagerte Flüssigkeit bezeichnet. Diese Schwellung entsteht, wenn sich im Gewebe mehr Flüssigkeit ansammelt als abtransportiert werden kann. Ursachen können z.B. Entzündungen, ein Insektenstich, eine Tumoroperation oder ein verletzter Knöchel sein, sodass das Lymphsystem zeitweise überlastet ist – hier spricht man von einem akuten Lymphödem. Klingt die Entzündung ab, geht auch die Gewebsschwellung zurück. Andererseits kann auch eine chronische, d.h. dauerhafte Störung des lymphatischen Systems vorliegen. In diesem Fall ist es ratsam, schnellstmöglich mit einer entsprechenden Behandlung zu beginnen, um vorzubeugen, dass sich der Zustand verschlechtert.
 
Je nachdem, ob ein Lymphödem angeborenen ist oder sich erst im Laufe des Lebens entwickelt, unterscheidet man nach einem «primären» oder «sekundärem» Lymphödem.
 
Chronische Erkrankungen des lymphatischen Systems sind nicht heilbar. Jedoch können mit der richtigen, dauerhaften Therapie sehr gute Ergebnisse in Bezug auf die Entstauung erzielt werden. Die wirksamste Methode zur Behandlung von Lymphödemen ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE):

Manuelle Lymphdrainage

Kompressionstherapie (z.B. durch flachgestrickte Kompressionsstrümpfe)

Entstauende Bewegungstherapie durch Gymnastik und Bewegung

Haut- und Fusspflege


Als Ergänzung zu den konservativen Behandlungen haben sich in den letzten Jahren auch operative Therapiemassnahmen etabliert, wie die Anlage von lymphvenösen Fisteln und die Transplantation von Lymphknoten.

Lipödem

Als Lipödem wird eine Fettverteilungsstörung bezeichnet, die nahezu ausschliesslich bei Frauen auftritt, weil es östrogenvermittelt ist. Es sind dabei ausschliesslich die Beine und Arme betroffen. So sind die Extremitäten (Arme und Beine) meist voluminöser und harmonieren nicht mit einem schlanken Oberkörper, einer schmalen Taille sowie zarten Hand- und Fußgelenken. Häufig, jedoch nicht in allen Fällen, tritt die Zunahme des Fettgewebes in der unteren Körperhälfte bei betroffenen Frauen nach einer hormonellen Umstellung (z.B. Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre) auf. Betroffene berichten, dass ihr Unterkörper «nicht ihnen gehört». Im Vordergrund stehen Beschwerden wie Berührungs- und Druckschmerzen sowie Wassereinlagerungen im Tagesverlauf mit Schweregefühl. Zusätzlich treten stark gehäuft und zum Teil auch spontan Blutergüsse (Hämatome) auf.
 
Lipödeme sind bisher nicht heilbar. Die Symptome sind aber durch konsequente Therapie behandel- und reduzierbar. Dabei sind die Akzeptanz der Krankheit und ein verantwortungsvolles Selbstmanagement durch die Patienten essenziell.

Die Erkrankung verläuft in drei Stadien:

Stadium I
Die Unterhautschicht ist noch gleichmäßig verdickt.

Stadium II
Unterhautschicht wird knotenförmig und führt zu Unebenheiten der Hautoberfläche.

Stadium III
Das Gewebe verhärtet sich zunehmend und es entstehen ausgeprägte Fettwülste, die im Knie- und Oberschenkelbereich zu einer Behinderung beim Gehen führen können.

Bei der Therapie von Lipödemen stehen zwei Ziele im Vordergrund:

1.
Die Beseitigung oder Besserung der Befunde und der Beschwerden (besonders Schmerzen, Ödem und Disproportion).

2.
Die Verhinderung von Komplikationen. Bei fortschreitender Befundausprägung mit Zunahme (vor allem) der Beinvolumina steigt das Risiko von dermatologischen (zum Beispiel Infektionen wie Erysipele), lymphatischen (Lymphödem) und orthopädischen (Gangbildstörungen, Achsenfehlstellungen) Komplikationen.

Eine ganzheitliche Therapie sollte die Grundlage der Herangehensweise sein:
 
1.
Ernährungsumstellung (kohlehydrat-reduziert, ketogen)

2.
körperliche Aktivität (bevorzugt Wassersportarten, Trampolinspringen, Velofahren)

3.
psychologische Betreuung (vor allem bei einer Essstörung)

4.
Komplex physikalische Entstauungsmassnahmen

Wie beim Lymphödem steht zunächst die konservative Entstauungstherapie (KPE) im Fokus:

Manuelle Lymphdrainage

Kompressionstherapie (z.B. durch flachgestrickte Kompressionsstrümpfe)

Entstauende Bewegungstherapie durch Gymnastik und Bewegung (z.B. Wassersport)

Haut- und Fusspflege

Therapeutische Begleitung durch einen Psychologen und Ernährungsberater

Schliesslich kann eine Liposuktion (operative Fettabsaugung) die krankhaften Fetteinlagerungen reduzieren und so Linderung schaffen. Aktuell werden bei einer operativen Therapie die Kosten in den meisten Fällen nicht von den Krankenkassen übernommen, da Ergebnisse von Langzeitstudien noch nicht vorliegen.